5 Fehler bei der Hundepflege, die Sie zu Hause vermeiden sollten
Die meisten Filzprobleme entstehen nicht durch fehlende Mühe, sondern durch die falsche Technik. Fünf Dinge, die im Salon täglich auffallen.
Martina Regele·Master-Groomer & Inhaberin·

Fast alle Hundebesitzer, deren Hund verfilzt zu uns kommt, haben zu Hause gebürstet. Oft täglich. Das Problem ist selten der Fleiß – es ist die Technik. Diese fünf Fehler sehen wir im Salon am häufigsten.
Fehler 1: Nur über die Oberfläche bürsten
Eine Bürste, die nur über das Deckhaar streicht, erzeugt ein schön aussehendes Fell mit festem Filz darunter. Verfilzung beginnt immer hautnah.
Richtig: In Strähnen arbeiten. Das Fell mit einer Hand hochhalten, Strähne für Strähne von der Haut aus nach außen kämmen (Line Brushing). Zum Schluss mit einem grobzinkigen Metallkamm gegenprüfen: Kommt der Kamm überall bis auf die Haut durch, ist der Hund wirklich filzfrei.
Fehler 2: Den Hund mit Menschenshampoo baden
Hundehaut hat einen anderen pH-Wert als menschliche Haut und eine dünnere Hornschicht. Menschenshampoo – auch mildes Babyshampoo – stört den Säureschutzmantel und führt zu Juckreiz, Schuppen und stumpfem Fell.
Richtig: Hundeshampoo passend zum Felltyp. Immer gründlich ausspülen, deutlich länger als man denkt: Rückstände sind eine der häufigsten Ursachen für Hautreizungen.
Fehler 3: Nassen Filz einweichen
Wasser lässt bestehende Verfilzungen zusammenziehen und festzurren. Ein leicht verfilzter Hund kommt aus der Wanne oft mit steinhartem Filz.
Richtig: Immer erst vollständig entfilzen, dann baden. Wenn das Fell zu stark verfilzt ist, gehört der Hund in den Salon – nicht in die Wanne.
Fehler 4: Zu lange bis zum ersten Termin warten
Viele Welpen kommen erst mit einem Jahr zum ersten Mal in den Salon – und erleben Föhn, Maschine und fremde Hände zum ersten Mal, wenn sie schon groß und meinungsstark sind.
Richtig: Der erste Termin gehört in die Welpenzeit, kurz nach Abschluss der Grundimmunisierung. Anfangs reicht ein kurzer Kennenlerntermin: auf den Tisch, kurz föhnen, Pfoten anfassen, loben, fertig. Diese zwanzig Minuten ersparen Ihnen jahrelangen Stress.
Fehler 5: Beim Fellwechsel nichts tun
Stockhaarrassen wie Schäferhund, Husky oder Sennenhunde verlieren zweimal im Jahr enorme Mengen Unterwolle. Bleibt sie im Fell, verklumpt sie, blockiert die Luftzirkulation und die Haut wird schlecht belüftet – im Sommer ein echtes Problem.
Richtig: Im Frühjahr und Herbst häufiger kämmen und einmal professionell ausblasen und auskardieren lassen. Wichtig: Stockhaar wird nicht geschoren. Das Deckhaar schützt vor Sonne und Hitze und wächst nach dem Scheren oft nicht mehr korrekt nach.
Was Sie zu Hause wirklich brauchen
- Einen grobzinkigen Metallkamm – das wichtigste Werkzeug überhaupt, zur Kontrolle
- Eine Zerrbürste (Slicker) in passender Größe
- Für Wollhaar zusätzlich einen Entfilzungskamm für einzelne Stellen
- Für Stockhaar eine Unterwollharke
Wie oft? Wollhaarrassen wie Pudel, Malteser oder Doodles brauchen echtes Durchkämmen alle zwei bis drei Tage. Stockhaar einmal pro Woche, im Fellwechsel täglich. Kurzhaar reicht alle paar Wochen.


